Was macht man als devoter oder masochistisch veranlagter Mensch, wenn man seine Leidenschaften im Alltag nicht mit dem entsprechenden Pendant ausleben kann? Wenn kein Herr da ist, der uns für unseren Ungehorsam bestraft? Uns auf unseren Wunsch demütigt, auspeitscht, geil leiden lässt? Was, wenn es in der Nähe kein Domina- oder BDSM-Studio gibt, das unsere dunklen Leidenschaften befriedigt? Dann könnte das Thema Online-Erziehung interessant sein.

 

Als Online-Erziehung bezeichnen wir es, wenn ein Dom-Sub-Verhältnis über eine weite Distanz ausgelebt wird, eine Art BDSM-Fernbeziehung. Die strenge Führung des Doms oder der Domina erfolgt dabei am Telefon, per Mail, Skype, Facetime oder Messengerdiensten wie Whatsapp. Nur – wie funktioniert das Ganze? Die Herrin erteilt ihre Befehle online, der Sklave führt aus. Soweit, so gut. Doch was ist mit den nötigen Konsequenzen, wenn man mal nicht folgsam war und sich ein paar feste Schläge mit dem Rohrstock redlich verdient hat?

 

Die muss sich der Sklave in diesem Fall selbst verpassen. Klingt komisch? Ist aber so. Dank visueller Kontrollmöglichkeiten wie Skype oder Facetime jedoch kann auch die Selbstbestrafung vor den Augen des dominanten Partners sehr reizvoll sein.

 

Doch moderner Technik sei dank – Online-Erziehung bedeutet nicht unweigerlich, alle Disziplinierungsmaßnahmen an sich selbst vornehmen zu müssen. Viele Dominas, die diesen speziellen Dienst anbieten, schwören auf fernsteuerbare Love Toys wie Masturbatoren und Analplugs für den frechen Sklaven. Mit Hilfe einer Fernbedienungs-App kann die Domina ihren Sub dann mit vibrierenden Reizen in den lustvollen Wahnsinn treiben.

 

Doch welche Arten der Erziehung sind überhaupt möglich? Von Keuschhaltung über Feminisierung und sogar Windelerziehung ist alles möglich. Die Domina wird entsprechende Aufgaben geben, die der Sklave auszuführen hat. Entweder live vor ihren Augen oder per Beweisfotos und -videos.

 

Das alles klingt spannend und nach einer perfekten Alternative zum Besuch im BDSM-Studio. Doch hat Online-Erziehung auch Nachteile? Wir fragten bei Leuten nach, die das Experiment gewagt haben. Und bekamen dabei sowohl positives als auch negatives Feedback zu hören. Hier einige Stimmen von Sklaven, die sich mit ihrem Dom auf Online-Erziehung geeinigt haben.

 

Maria*, 43 (*Namen von der Redaktion geändert):

„Für eine erste Erfahrung war es okay. Aber es war nicht einfach, wenn ich mir zum Beispiel mit einem Lineal selbst auf den Po hauen sollte. Zum einen war die Handhabung schwierig, zum anderen kam der Schlag ja nie unerwartet – doch genau das machte für mich sonst immer den realen Reiz aus. Nicht zu wissen, wann der Schlag kommt. Außerdem habe ich Intensität und Kraft selbst gesteuert. Das hat dem Ganzen etwas das Prickeln genommen, auch wenn es geil war, dass mein Herr mir dabei zugesehen hat.“

 

Dine*, 31:

„Mir hat es am Anfang wirklich gut gefallen. Ich fühlte mich sicherer, wenn ich mich selbst bestraft habe. Ich kannte meine Herrin gar nichtdamals, und man weiß ja nie. Aber ich bin inzwischen an dem Punkt, dass ich eben nicht immer alles selbst machen möchte. Ich möchte meine Herrin riechen, sie spüren, die Klammern durch ihre Hände gesetzt bekommen, nicht durch meine eigenen.“

Bernd*, 47:

„Für mich ist Online-Erziehung einfach genau richtig. Das liegt aber auch daran, dass in meinem Fall nichts anderes möglich ist. Meine Partnerin ist auch devot, mit ihr kann ich meine Perversionen also nicht ausleben. Aber eine reale Beziehung zu einer Domina erlaubt sie mir nicht, dazu ist sie zu unsicher und eifersüchtig. Wenn ich mich aber nur online demütigen und bestrafen lasse, beziehungsweise selbst Hand anlege, ist es in Ordnung.“

 

Lars*, 29:

„Mich turnt es an, wenn meine Herrin mir dabei zusieht, wie ich ihre Befehle ausführe. Und wenn sie mir Aufgaben erteilt, geilt es mich auf, Beweisfotos zu machen, die sie sich dann nachher ansieht.“

 

Unser Fazit? Einfach mal ausprobieren. Erfahrene Dominas und professionelle Studios können zum Thema Online-Erziehung ganz gezielt beraten.

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